Was ist Osteoporose
Knochenschwund – eine Volkskrankheit
Bei Osteoporose (Knochenschwund) nimmt die Knochenmasse ab, und die innere Architektur des Knochens verschlechtert sich. Die Knochen werden porös und brechen schon bei geringer Belastung – etwa bei einem Sturz aus dem Stand oder beim Heben einer Einkaufstasche.
Zahlen für die Schweiz (Rheumaliga Schweiz):
- Rund 525 000 Menschen leben mit Osteoporose.
- Betroffen sind 23 % der Frauen und 7 % der Männer über 50.
- Jede zweite Frau und jeder fünfte Mann über 50 haben ein erhöhtes Risiko für einen osteoporosebedingten Knochenbruch.
- Pro Jahr kommt es zu rund 82 000 osteoporotischen Frakturen.
- Viele Betroffene wissen nichts von ihrer Erkrankung.
Was im Knochen passiert
Knochen ist ein lebendes Gewebe, das sich ständig erneuert. Osteoklasten bauen alten Knochen ab, Osteoblasten bauen neuen auf. Bis etwa zum 30. Lebensjahr überwiegt der Aufbau – dann ist die maximale Knochenmasse („Peak Bone Mass“) erreicht. Danach verschiebt sich das Gleichgewicht langsam zum Abbau. Bei Frauen beschleunigt der Östrogenabfall in den Wechseljahren diesen Prozess deutlich.
Besonders betroffen ist der schwammartige (trabekuläre) Knochen im Inneren von Wirbelkörpern, Handgelenk und Oberschenkelhals. Hier dünnen die feinen Knochenbälkchen (Trabekel) aus und verlieren ihre Verbindungen.
Symptome
Osteoporose verursacht lange keine Beschwerden – sie wird oft erst nach einem Knochenbruch entdeckt. Warnzeichen können sein: - Rückenschmerzen durch Wirbelkörpereinbrüche - Abnahme der Körpergrösse um mehr als 3–4 cm - zunehmender Rundrücken - Knochenbrüche nach Bagatellstürzen
Risikofaktoren
- weibliches Geschlecht, frühe Menopause
- höheres Alter
- Osteoporose oder Hüftfraktur bei den Eltern
- geringes Körpergewicht
- Bewegungsmangel, schwache Muskulatur (mehr dazu)
- Rauchen, übermässiger Alkoholkonsum
- Kalzium-, Eiweiss- oder Vitamin-D-Mangel
- Medikamente wie Kortison (Glukokortikoide) oder Hormonentzugstherapien
- Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Diabetes, Schilddrüsenüberfunktion
Diagnose
Die wichtigste Untersuchung ist die Knochendichtemessung (DXA) an Lendenwirbelsäule und Hüfte. Zusätzlich schätzen Ärztinnen und Ärzte mit Risikorechnern (z. B. FRAX®) das 10-Jahres-Frakturrisiko ab und bestimmen Laborwerte.
Behandlung
Die Behandlung ruht auf mehreren Säulen:
- Bewegung: Krafttraining 2–3× pro Woche, Gleichgewichtsübungen (z. B. Tai-Chi) und Aktivitäten mit Stössen wie zügiges Gehen oder Stampfen. Knochen passen sich der Belastung an (Wolffsches Gesetz).
- Ernährung: ausreichend Kalzium (bevorzugt aus der Nahrung), Vitamin D und Eiweiss (1,2–1,5 g pro kg Körpergewicht im Alter).
- Sturzprävention: Stolperfallen beseitigen, gutes Licht, festes Schuhwerk.
- Medikamente: Knochenabbau-Hemmer (z. B. Bisphosphonate, Denosumab) oder knochenaufbauende Wirkstoffe (z. B. Teriparatid, Romosozumab) – je nach Frakturrisiko.
- Ergänzende mechanische Stimulation: Die Low Intensity Vibration (LiV) setzt feine mechanische Reize, die Knochen- und Muskelzellen ansprechen sollen. Das Gerät Marodyne LiV wird täglich 10 Minuten im Stehen angewendet und ist als Ergänzung zu den oben genannten Massnahmen gedacht, nicht als Ersatz einer medikamentösen Therapie.
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Quellen
- Rheumaliga Schweiz: Osteoporose. https://www.rheumaliga.ch/wissen/diagnosen/osteoporose.html
- Universitätsspital Zürich: Osteoporotische Frakturen. https://www.usz.ch/krankheit/osteoporotische-frakturen-knochenbrueche-im-alter/
- Kanis JA et al. European guidance for the diagnosis and management of osteoporosis in postmenopausal women. Osteoporos Int. 2019;30:3–44.Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.